Energiemangel im Sport: das unterschätzte Risiko für Athletinnen
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Viele Athletinnen – selbst auf Leistungs- und Profiebene – kennen ihren tatsächlichen Energiebedarf nicht. Das ist erschreckend, aber leider Realität. Noch problematischer: Eine dauerhaft zu niedrige Energiezufuhr wird häufig normalisiert oder sogar als leistungsfördernd missverstanden.
Dabei ist das Gegenteil der Fall. Chronischer Energiemangel erhöht das Verletzungsrisiko massiv und kann langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Energieverfügbarkeit: mehr als nur Kalorien
Entscheidend ist nicht allein, wie viel gegessen wird, sondern wie viel Energie dem Körper nach Abzug der Trainingsbelastung noch für lebenswichtige Funktionen zur Verfügung steht. Diese sogenannte Energieverfügbarkeit beeinflusst nahezu jedes physiologische System.
Ist sie dauerhaft zu niedrig, spricht man von RED-S – Relative Energy Deficiency in Sport.
Was passiert bei chronischem Energiemangel?
1. Hormonsystem & Knochen leiden
Bei unzureichender Energiezufuhr drosselt der Körper „nicht lebensnotwendige“ Prozesse – dazu zählen unter anderem das Reproduktions- und Knochenstoffwechselsystem.
Die Folgen:
- reduzierte Östrogen- bzw. Testosteronspiegel
- ausbleibende Periode
- verminderte Knochenneubildung
- schlechtere Heilung von Mikroschäden
Das Risiko für Stressfrakturen, Überlastungsverletzungen und Gelenkinstabilitäten (z. B. Knie, Sprunggelenk, Kreuzband) steigt deutlich.
➡️ Der Körper hält hohe Trainings- und Wettkampfbelastungen schlechter aus.
2. Muskeln, Sehnen & neuromuskuläre Ansteuerung werden schwächer
Chronischer Energiemangel beeinträchtigt:
- Kollagen- und Proteinsynthese
- Kraftentwicklung
- Regenerationsfähigkeit
- neuromuskuläre Kontrolle
Das Resultat sind instabile Landungen, verzögerte Muskelreaktionen und unpräzise Bewegungsmuster.
➡️ Besonders gefährlich in Sportarten mit Sprints, Sprüngen und schnellen Richtungswechseln (z. B. Fußball, Handball, Basketball).
3. Konzentration und Entscheidungsfähigkeit sinken
Das Gehirn ist ein energieintensives Organ. Steht zu wenig Energie zur Verfügung, kommt es schneller zu:
- mentaler Ermüdung
- verlangsamten Reaktionen
- schlechteren Entscheidungen
Viele akute Verletzungen passieren genau in diesen Momenten.
➡️ Weniger Fokus = höhere Fehlerquote = höheres Verletzungsrisiko.
RED-S: Das große Ganze
RED-S betrifft nicht nur den Menstruationszyklus (wie früher bei der „Female Athlete Triad“), sondern zahlreiche Systeme:
- Knochen
- Hormone
- Immunsystem
- Herz-Kreislauf-System
- Psyche
- Leistungsfähigkeit
Wichtig: RED-S kann Athletinnen und Athleten aller Geschlechter betreffen – unabhängig von Körpergewicht oder sichtbarer „Unterversorgung“.
Fazit
👉 Niedrige Energieverfügbarkeit macht den gesamten Bewegungsapparat verletzungsanfälliger.
👉 Koordination, Regeneration, Belastbarkeit und Konzentration leiden.
👉 Verletzungen sind multifaktoriell – aber wer dauerhaft zu wenig isst, riskiert nicht nur Performance, sondern auch langfristige Gesundheit.
Ausreichende Energiezufuhr ist kein „Nice-to-have“, sondern eine zentrale Voraussetzung für belastbaren, gesunden Leistungssport.
Du glaubst, Du könntest betroffen sein? Zögere nicht, Dir Hilfe zu holen!!!
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Bildquelle: Canva